16. Kunstausstellung im Amtsgericht Lampertheim

Die Ausstellung ist vom 16. Mai 2006 bis zum 18. August 2006 zu sehen.
Öffnungszeiten: Mo - Do 8 -16 Uhr, Fr 8 - 14 Uhr
Eindrücke von der Eröffnung am 16. Mai.
 
 

Emilia Kaus ist in Gdingen geboren, hat 1972 ihr Studium an der Kunstakademie in Danzig mit dem Diplom abgeschlossen und war 1986 und 1987 Stipendiatin des Ministeriums für Kultur und Kunst in Polen. Zwischen 1979 und 2000 nahm die Künstlerin an zahlreichen Bildhauersymposien und Wettbewerben in ganz Europa teil. Ebenfalls seit 1979 hatte Frau Kaus jedes Jahr Einzel-, Doppel- und Gruppenausstellungen in Polen, Deutschland, Frankreich und Italien.

Zahlreiche Werke befinden sich in öffentlichem Besitz, überwiegend in Polen und Deutschland; private Sammlungen in Polen, Deutschland, Skandinavien, Holland, Frankreich, den USA und Kanada besitzen ihre Werke. Immer wieder wurde die Künstlerin mit Preisen und Medaillen geehrt.

Frau Kaus arbeitet mit Marmor, Granit, Sandstein, Messing, aber auch Keramik. Die Plastiken der Künstlerin sind abstrakt; die Köpfe und Büsten sind von einer statischen, undramatischen Form. Diese Form hat in ihren Wölbungen, Vertiefungen und im Rythmus ihrer Konturen keinen unmittelbaren Bezug. Bei Emilia Kaus dreht sich das Denken und Fühlen um das Verhältnis von Masse und Raum, um die mediale Einführung in Gegenstand und Werkstoff.
 

Alexandra Müller-Jontschewa ist in Sofia geboren. Vater: Professor für Schriftgestaltung; Mutter: Grafikerin. 1962-1967 Besuch der Kunstoberschule Sofia. Abitur mit Schwerpunkt Plastik. Sie beendete Ihr Studium 1972 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig mit dem Diplom für Ausstellungsgestaltung und Gebrauchsgrafik. Seit 1972 ist sie freischaffende Künstlerin in Leipzig. 1995 erhielt sie die Ehrendoktorwürde der Académie internationale des Arts Contemporains in Belgien.

Die Künstlerin hatte zahlreiche Ausstellungen in ganz Europa, u. a. in Berlin, Dresden, Leipzig, Nürnberg (Preisträger), Potsdam, Tübingen, Brüssel, Kiew, Leningrad, Lyon, Paris, Prag, Wien.

Hans-Peter Müller ist in Leipzig geboren, studierte zunächst Kunsterziehung und Geschichte an der Universität Leipzig, dann Malerei an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Seit seinem Diplom in Malerei und Grafik 1970 ist Hans-Peter Müller als freischaffender Künstler tätig. 1973 bis 1976 war Müller Meisterschüler an der Akademie der Künste der DDR bei Bernhard Heisig. 1997 wurde er mit der Broncemedaille der Société des Artistes Francais ausgezeichnet.

Der Künslter hatte zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, u. a. in Berlin, Leipzig, Brüssel, Leningrad, Moskau, Paris, Prag, Tokio und Yokohama.

 
 

Das Künstlerehepaar Müller-Jontschewa und Müller zeichnen und malen in hoher Perfektion, Detailgenauigkeit und in der Technik der alten Meister. Ihre Werke sind nicht abstrakt, sondern gegenständlich, denn die Künstler wollen ein genaues Abbild der Wirklichkeit in ihrem surrealen Kontext sowie höhere und größere ästethische Reize erreichen.

Die Künstler wählen als Themen oft Gestalten aus Mythologie, Sage oder Legende, also Märtyrer, Helden oder Fabelwesen, und weisen mittels dieser Gestalten auf Misstände und Fehlentwcklungen in der gegenwärtigen Gesellschaft hin ode setzen sich mit menschlichen Verhaltensweisen, teilweise spötisch, teilweise in bloßstellender Überzeichnung auseinander. Sie verbinden in ihren Werken reale Erscheinungen so wie sie in Wirklichkeit nie nebeneinander stehen würden.

Beispiel: Gemälde "Parzival" (rechts). Eingebettet in eine Day-after-Endzeitstimmung ein dreifacher Titelheld. Mit Armbrust in der Hand, Patronengurt umgeschnallt, Thermofolie um den Leib, die Muschel des Fischerkönigs als Stahlhelm, unter den Füßen ein primitives Skateboard. Daneben, an eine Schlossruine angelehnt die leere Ritterrüstung, der meschlicher Körper sich längst verflüchtigt hat. Nur die sitzende Pose erinnert noch daran. Zwischen den metallenen Knien die Lanze, deren Spitze zur dritten Parzival-Figur führt. Die steht in einem Glaskasten und wird von allen äußeren Einflüssen geschützt. Der heilige Gral ist nicht zu sehen, dafür eine grüne Plastikflasche im Vordergrund, ein Autowrack am rechten Bildrand. - Reste einer vergangenen Zivilisation?

 
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