15. Kunstausstellung im Amtsgericht Lampertheim
- Werke von Franz Bellmann, Gaby Kuhn und Bozena Lesiak -

Die Ausstellung ist bis 10. Februar 2006 zu sehen, Mo - Do 8 -16 Uhr, Fr 8 - 14 Uhr
Eindrücke von der Eröffnung am 15. November 2005
 

Franz Bellmann nahm nach dem Studium der Bautechnik beim Hochbauamt der Stadt Karlsruhe seine berufliche Tätigkeit auf. Gleichzeitig beschäftigte er sich in seinem Atelier mit der Malerei. 1985 gab Bellmann seine berufliche Existenz auf und gründete in Mannheim ein Atelier für experimentelle Malerei und Bildhauerei.

Franz Bellmanns Schaffen der letzten zwanzig Jahre umfasst Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen und Performances wie z. B. die Performance "Dosenglück", für die ihm der kommunale Umweltpreis der Stadt Mannheim verliehen wurde. Bei unserer Ausstellung ist der Künstler mit seiner Bilderserie "Geklaut" vertreten.

Seit 1974 hatte Bellmann zahlreiche Einzelausstellungen, Ausstellungsbeteiligungen und Projekte in Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz. Angefangen hat der Künstler mit Walzbildern in Öl auf Leinwand, gearbeitet mit der Farbrolle. Der Walzbilderperiode folgte figürliche Malerei, Öl auf Papier, dann die Abkehr von einer klar und deutlich wieder erkennbaren Mal- und Kunstrichtung. Gleichzeitig begann Bellmann mit der Performance "Dosenglück", einer eher politischen Kunst. Die beiden Arbeitsweisen, Atelierarbeit und öffentliche Auftritte, hat der Künstler bis heute beibehalten. Malen war für Franz Bellmann schon immer ein innerstes Bedürfnis, auch wegen seiner Überzeugung, dass die Malerei die Bilder in ihrer Einzigartigkeit liefert, die Flut der Bilder aus Gesellschaft, Politik, Natur, Sport usw., sie wiederholt sich - die Protagonisten sind austauschbar - die Füchse von Franz Marc nicht.

 

 

Gaby Kuhn ist seit 1974 als Malerin und Bildhauerin künstlerisch tätig. Sie lebt und arbeitet in Konz und Saarburg. Seit 1984 betreibt die Künstlerin intensive Studien an verschiedenen Akademien, u. a. an der Europäischen Akademie in Trier. Zuletzt hat die Künstlerin einen Intesivkurs Abstrakte Malerei - Großformatige Bilder absolviert. Seit 1991 hatte Frau Kuhn zahlreiche Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland. 1991 und 1992 errang die Künstlerin Preise in internationalen Wettbewerben. Der Mensch ist ein zentraler Punkt in den Werken von Frau Kuhn. In ihre Bilder fließen eigene Wahrnehmungen und Erlebnisse, aber auch Wahrnehmungen und Erlebnisse ihrer Mitmenschen ein.

Das wesentliche der Bilder ist die Beschreibung des allgemein Menschlichen, Erfahrungen und Seelenzuständen, die viele von uns kennen oder zumindest nachvollziehen können.

Die Künstlerin verwendet unterschiedliche Materialien,stilistische Ausdrucksmittel und Techniken. Raum und Tiefe werden durch Farbwahl und Kontrastierungen oder durch Mehrschichtigkeit erreicht. Durch besondere Gestaltung der Oberflächen schafft Kuhn plastische Strukturen. Das Wechsel-, aber auch das Zusammenspiel von Farben und Formen benutzt die Künstlerin als Ausdrucksmittel.

Die Mehrschichtigkeit - in der konkreten Maltechnik wie im übertragenen Sinn - zieht sich wie ein roter Faden durch die Werke von Gaby Kuhn; diese Mehrschichtigkeit findet sich in allen Bildern in irgendeiner Form.

 

 

Bozena Lesiak studierte an der Kunstakademie in Krakau zunächst Malerei, anschließend Bühnenbild für Theater, Film und Fernsehen. Seit 1976 hatte die Künstlerin zahlreiche Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland. Arbeiten befinden sich in Privatsammlungen in Europa und den USA.

Hauptfiguren in den Bildern der Künstlerin sind Wiesen, Bäume, Häuser und Wolken - die Landschaft ist das wohl am häufigsten aufgegriffene Thema. Die Bilder wollen das Wesen der Landschaft, NICHT DEREN Topographie ausdrücken. Die Werke sind mit Energie geladen; sie geben nicht eine Ansicht wieder, sondern sind die malerische Antwort der ausgelösten Emotionen. Die Arbeit auf Leinwand oder Papier bedeutet mehrmaliges Übermalen, das Zusammenstellen von glatten und rauen Flächen, Rhythmen der mit einem Pinsel aufgetragenen Farbanstriche, Risse und Löschungen. Alles dafür, dass ein Bild Wind oder Glut, Frohsinn oder Grauen, die Klarheit der Luft oder den Nebel ausdrückt.

Blumen bilden die zweitgrößte Gruppe der Bilder. Im Vergleich mit den Landschaften werden die Blumenbilder nur mit einem Unterschied aufgebaut: Bei Landschaften dominieren die horizontalen Strukturen - Streifen von Hügeln, Wiesen, Wolken- bei den Blumenbildern die vertikale Bewegung, das Aufsteigen, das Wachstum. Die Bilder sind so konstruiert, dass sie an das Wachsen einer Pflanze erinnern, aus einer Geste, aus Energie und Farbe. Die Farbskalen der Blumenporträts sind sehr schön. Wenn man sie mit Landschaften vergleicht, in denen die Energie einer malerischen Geste die volle reine Farbe ist, sieht man, dass bei den Blumenbildern die Farbe scheinbar ein bisschen unsicher ist und - ihren Klang beibehaltend in die Regionen der gebrochenen, ruhigen Töne strebt. Blütenblätte kommen uns manchmal scharf und verletzend vor, trotzdem verwandeln sie sich ab und zu in eine mit Bewegung gefüllte Helligkeit. Stiele und Blätter bedeuten einen Aufstieg in den offenen Raum.

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